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Meteorologie-Intensivkurs oder StubaiCup 2004 Es gibt Orte, an denen scheint das, was wir in Meteorologie gelernt haben, keine Richtigkeit zu haben. Das Stubaital ist ein solcher Ort. Über 100 Stundenkilometer Wind am Patscher-kofel. Egal! Zwanzig Kilometer weiter sind am Freitag beim StubaiCup dutzende Gleitschirme in der Luft. Und auch Mad Mike Küng zeigt zweimal sein komplettes AcroProgramm, nach kurzem Föhnkurbeln am Elfer.
Am Samstag morgen gab es dann wieder 100 km/h Wind und zusätzlich dichtes Schneetreiben. Die idealen Bedingungen, um einmal die Sackflugeigenschaften der neuen Schirme zu überprüfen, müssen sich die Hersteller gedacht haben und schickten ihre Promotionpiloten zum Fliegen. Und tatsächlich, die Schirme gleiten auch mit Schnee in den Zellen und auf dem Obersegel noch recht gut. Wenn es eine Möglichkeit zum Fliegen gibt, ist Mike natürlich auch dabei. Also hinauf auf das Kreuzjoch. Sicht gab es dort oben keine. Aber kein Problem. Markus Gründhammer, als Einheimischer für diese speziellen Stubaier Flugbedingungen bestens ausgerüstet, fliegt mit seinem GPS voraus. "Kannst Du etwas sehen, Markus?“ schreit Mike nach einigen Minuten in der Wolke. „Nein, nichts! Lässig, oder?“ Kurz danach ist Mike in der wolkenfreien Talmitte über dem Messegelände und dann wird es dynamisch: Helicopter, AssChopper, Tumblings. Das Herumturnen mit seinem neuen, noch kleineren AcroSchirm macht Mike sichtlich Spaß. „Jetzt probiere ich es am Elfer, da ist die Sicht besser.“ War sie auch, bis Mike und Tomas Lednik hinauffuhren. Okay, dann sind sie halt noch 200 Höhenmeter hinaufgelaufen. Dort oben war der Wind so stark, dass Mike über der Wolkendecke ein wenig soaren und wieder einlanden konnte. Nach fast einstündigen, vergeblichem Warten auf eine Wolkenlücke, sind Mike und Tomas dann rausgestartet. Diesmal war Tomas, mit GPS, Mikes Scout. Über dem StubaiCupGelände lag die Basis nun fast auf dem Boden auf. Da taucht Mikes Schirm am Wolkenrand auf. Ein AssChopper, elegant, ohne Pause in ein Tumbling übergeleitet und schon steht Mike grinsend auf dem Landeplatz.
Für Sonntag waren drei Absprünge vom Hubschrauber geplant. Um 11 Uhr steigen Mad Mike Küng, Christian Amon und Tomas Lednik mit ihren akribisch gepackten Paragleitern in den Heli. 800 Meter über dem CupGelände klettert Mike hinaus auf die Kufe. „Ready, set, go!“ und er springt rückwärts in die Tiefe. Der Schirm öffnet, trotz Downwash durch den Rotor in Sekundenbruchteilen. Mike zündet seine Rauchkanone und beginnt die aktuellen Akrofiguren an den Himmel zu zeichnen. In den letzten Monaten hat Mike besonders an den fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Manövern gearbeitet. Ohne Pause leitet er vom Helicopter zum AssChopper über, bremst die extreme Energie dieser Figur nicht weg, sondern nutzt sie für die ohne Verzögerung folgenden Tumblings. Es wirkt wie ein harmonischer Tanz in der Luft. Christian und Tomas folgen kurze Zeit später. Auch ihre Schirme öffnen perfekt und die beiden zeigen ihre Flugshow.
Langsam setzt nun Schneefall ein. „Ein Sprung geht noch locker!“ sagt Mike und auf geht es wieder zum Schirmpacken. Auch diesmal öffnet Mikes Paragleiter sofort und die Show fängt an. Beendet wird das Programm mit einer Bodenspirale par excellence. Tomas Lednik wurde das Gleitschirmfliegen wohl irgendwann zu langweilig und er sprang aus seinem Gurtzeug heraus. Natürlich mit Fallschirm. Kurz nach seiner Landung, erreichte auch der Rest seines Equipments den Landeplatz. Der geplante dritte Absprung fiel wegen des inzwischen dichten Schneetreibens aus. Stattdessen gab es einen Tandemflug mit Mad Mike für die fünfjährige „Crazy“ Johanna Eller. Fullstall, WingOver, Spirale. In diesen Adern fließt eindeutig Fliegerblut. Ein
sehr gelungenes Stubai Cup Wochenende! Herzlichen
Dank an die Veranstalter Monika und Hans-Peter Eller und ihr Parafly-Team
für die perfekte Organisation des Events!
Text:
Ines SATtler | Fotos: Frank A. / Hans-Peter Eller |
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